„Die Ritter vom Geiste“ sind ein sehr umfangreicher Roman (3600 Seiten) über die Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Arno Schmidt war ein großer Verehrer dieses Werkes und hat es aus der literarischen Versenkung geholt.
Der Roman spielt in der Zeit nach der Revolution 1848 in Berlin. Gutzkow erwähnt nie den Ort. Aber er ergibt sich aus dem Kontext. Protagonisten aus allen Bevölkerungsschichten werden in die Handlung einbezogen. Dadurch erhält man ein sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit. Wobei Gutzkow den vierten Stand lebendiger beschreibt als den Adel. Die sogenannten Ritter vom Geiste sind ein Geheimbund, der durch seine Mitglieder Gutes in der Gesellschaft bewirken will. Man betrachtet sich als den legitimen Nachfolger der Templer.
Viele der anfänglich unabhängig eingeführten Personen erweisen sich im Laufe der Geschichte in der einen oder anderen Weise miteinander verbunden/verwandt.
Gutzkow bezeichnet im Vorwort seinen Roman als einen Roman des Nebeneinander. Manchmal ist es eher ein Durcheinander. Durch die Länge des Romans ergeben sich viele Durststrecken. Leider ist Gutzkow eher ein Journalist als ein Literat. Er bringt oft stammtischparolenhaltige Gespräche, die seine politische Überzeugung vermitteln sollen. Es gab einige Passagen, an denen ich mich gut unterhalten gefühlt habe, aber die reichten nicht über die ganze Länge des Romans. Ich kann diesen Roman nur Leuten mit viel Durchhaltevermögen empfehlen.