Bisher hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich den Namen Rousseau irgendwo las. Rousseau gilt als wichtiger Vertreter der Aufklärung, und ich hatte immer noch nichts von ihm gelesen.

Nun las ich aber mittlerweile „Böse Philosophen“ von Philipp Blom (eine etwas andere Geschichte über die Aufklärung) als auch „Wintzenried“ von Karl-Heinz Ott (eine Romanbiographie über Rousseau). Und es drängt mich nun überhaupt nicht mehr, irgend etwas jemals von Rousseau zu lesen. Sicher, Bloms Buch ist sehr subjektiv gefärbt, und eine Romanbiographie ist keine echte Biographie, aber die wichtigsten Eckpunkte von Rousseaus Biographie bekommt man doch irgendwie mit. Und dazu gehören eine gehörige Portion Verfolgungswahn und Mißgunst auf seiten Rousseaus. Ein Psychologe hätte sicher seine helle Ftreude an ihm gehabt. Und sein Erziehungsratgeber ist sowieso mit Vorsicht zu genießen. Großspurig die anderen belehren wollen, aber die eigenen Kinder ins Kinderheim geben und dadurch bei den damaligen Verhältnissen einem frühen Tod überantworten.

Die Geistesgeschichte hat Rousseau bevorzugt. Meinetwegen. Ich werde trotzdem lieber Diderot, Holbach und la Mettrie lesen. Zum Glück kann ich mir aussuchen, welchem Spinner ich zuhöre. 🙂