Ein Frage, die sich aus meiner Lektüre ergab (siehe diesen Beitrag). Warum wird in der Philosophie eigentlich immer alles zitiert, das je zu einem bestimmten Thema gesagt bzw. geschrieben wurde? In der Naturwissenschaft gibt es den aktuellen Stand des Wissens. Der ist unabhängig von irgendwelchen Autoritäten und enthält nicht die Schlacke der vergangenen Jahrhunderte. Das Ergebnis ist kurz, übersichtlich und präzise. Und wer sich doch für die Gedanken der Altvorderen interessiert, wird in der Wissenschaftsgeschichte wohl versorgt.

Man sagt ja, daß junge Wissensgebiete oft noch nicht so weit sind, eine geschlossene Beschreibung vorlegen zu können. Den Vorwurf der Jugend kann man der Philosophie nun aber nicht machen. Ist es eher das Alter? Ist die Philosophie von Demenz oder anderen neurodegenerativen Störungen (im übertragenen Sinne) bedroht?

Sicher kann man mir vorwerfen, dass mir einfach das Verständnis und die Übersicht bezüglich der Philosophie und aller ihrer Teilgebiete und Strömungen fehlen. Aber als Naturwissenschaftler mag ich es nun einmal klar und verständlich. Und komischerweise funktioniert es ja auch in den Naturwissenschaften. Warum nur?