„Der Letzte der Engel“ von Fadhil al-Azzawi ist eine faszinierende Lektüre. Der Text weicht weit von dem ab, was man von der „normalen“ europäischen Literatur gewohnt ist (aber was ist schon normal).

Engel, Teufel, Geister sind so normal wie Händler und Imame. Das Buch wird daher auch dem magischen Realismus zugeordnet. Wenn man sich auf die Geschichte einläßt, gelangt man in ein Flechtwerk kleinerer Geschichten, die aber durch Ort und Personen miteinander verbunden sind. Der Autor greift dabei auf die ganze Bandbreite an politischen Strömungen, Ethnien und Religionen seiner Heimat Irak zurück. Es ist manchmal, als tauchte man in eine modernere Version von Tausendundeiner Nacht ein. In den Text verwoben ist dabei auch eine ganz eigene Art von Humor.

Nur das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Das schreibe ich aber weniger dem Autor als meinen fehlenden Kenntnissen der arabischen Kultur zu.