Der Bibliomane auf Reisen folgt natürlich auch unterwegs seinen Bedürfnissen. Der Besuch einer Bibliothek gehört auf alle Fälle dazu. Diesmal verschlug es mich in die Stiftsbibliothek St. Gallen.

Berühmt ist sie hauptsächlich wegen ihres Barocksaales. Und genau das ist das Dilemma. Während der Führung wird auf die Deckengemälde, Heiligenbilder, Regale etc. verwiesen. Ja, aber, wir sind doch in einer Bibliothek. Was ist mit den Büchern? Da guckt außer Typen wir mir keiner hin. Die berühmten, wertvollen Werke sind da nicht zu finden. Das da ist eher Füllmaterial. Ich habe sogar eine Hegel-Ausgabe ausmachen können (lesen Mönche Hegel?).

Zum Glück ist da auch immer eine Sonderausstellung in den Vitrinen. Diesmal ging es um „Abracadabra – Medizin im Mittelalter“. Da schlug mein Herz schon höher.

Touristen sind wie überall auch hier das Übel. Zum Glück waren wir zeitig genug da. Aber als sich im Laufe der Zeit der Saal füllte, stand der Otto-Normal-Duchschnittstourist fasziniert zur bemalten Decke glotzend dem in die Vitrinen Schauenden jederzeit im Wege.

Ach, und noch eine Beobachtung. Auf Fotos wirkt der Saal viel größer als er letztenendes wirklich ist.

Trotz der Touristen und der nur eingeschränkten Möglichkeiten, die wirklich kostbaren Werke zu sehen, ist ein Besuch empfehlenswert.