Ich lese gerade „Die Entstehung des Islam: Die ersten hundert Jahre“ von Lutz Berger. Ich muss zugeben, das Buch ist recht trocken geschrieben. Aber es lohnt sich. 

Berger beschreibt detailliert die politische und religiöse Situation in den Regionen, die der Islam in seiner Frühzeit eroberte, und wie diese Regionen dann übernommen wurden. Dabei wird sehr deutlich, das der Islam sich nicht aufgrund religiöser Vorstellungen bzw. religiöser Vorzüge verbreitete. Es war ganz klar ein politisch, militärischer Vorgang. Interessant ist dabei auch, daß anfangs offenbar eine gewisse religiöse Toleranz gegenüber den anderen Völkergruppen und Glaubensrichtungen vertreten wurde. Natürlich nur, insofern diese sich unterwarfen. Aber das hat mit militärischer Gewalt zu tun und nicht mit Religion!

Berger betont auch immer wieder, wie unvollständig und teilweise widersprüchlich die Quellenlage ist. Diese Ehrlichkeit begegnet einem selten in populärwissenschaftlicher, besonders geisteswissenschaftlicher Literatur.

Alles in allem liefert dieses Buch einen interessanten Beitrag zur Debatte über den Islam.