„Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise“ von Tuvia Tenenbom ist ein sehr verwirrendes Buch. Ein amerikanischer Journalist macht sich auf den Weg, Deutschland zu erkunden. Was er dabei entdeckt, hat nur bedingt mit dem Deutschland zu tun, wie ich es kenne. Tenenbom interviewt Politiker, Medienschaffende, Wirtschaftsbosse, religiöse Führer und spricht oft mit dem „einfachen Mann von der Straße“. Dabei schlagen ihm Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ignoranz und Dummheit entgegen. Ich mag dabei Tenenboms Art, bei der ersten Antwort bzw. Nichtantwort nicht aufzugeben. Er fragt und fragt und fragt. Bis der Befragte die Maske entnervt fallen lässt. Einige Textstücke erscheinen leider nur in der amerikanischen und nicht in der
deutschen Buchversion. Warum reißen die Leute die Klappe auf, sind dann aber zu feige, zu dem zu stehen, was sie sagten?

Ich mag Bücher dieser Art, diese Form von Außenansicht. Tenenboms Bücher über Amerika und über Israel sind schon vorgemerkt.