Nachdem ich letztens endlich den Ulysses gelesen hatte, folgte nun „Blooms Schatten“ von Reto Hänny. Der Roman ist ein einziger langer Satz, der den Spuren Leopold Blooms folgt. Es ist wie ein Konspekt oder ein Abstrakt zu Joyce. Wirklich lesenswert!

Desweiteren las ich „Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit“ von Bruno Preisendörfer. Der Titel hat leider wenig mit dem Inhalt gemein (lieber Verlag, bitte laß das nächste Mal etwas mehr Kreativität bei der Titelauswahl walten). Es geht nicht um die Entwicklung der deutschen Sprache. Es ist eher eine Beschreibung des Lebens in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Kaum ein Thema wird dabei ausgelassen. Wir erfahren da Wissenswertes über Kleidung, Essen, Krankheit, Literatur, Buchherstellung, das Wohnen, Stadt und Land, Adel und Bürger etc. Und oft wird ein Kontext zu Luther hergestellt. Der Autor hat offenbar sehr gründlich gearbeitet. Jedes Zitat ist belegt, und eine lange Liste weiterführender Literatur erlaubt eine Vertiefung des Themas. So mag ich das.