Der Wallstein-Verlag hat seit letztem Jahr eine Werkausgabe von Anton Kuh im Angebot. Da ich Werkausgaben mag, aber von diesem Anton Kuh nie gehört habe, versuchte ich es erst einmal mit einer etwas kürzeren Ausgabe (Luftlinien: Die besten Essays, Glossen und Feuilletons). Was sich als gute Entscheidung herausgestellt hat.

Anton Kuh war ein österreichischer Autor und Journalist zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einige wenige der Texte haben mir gut gefallen. Sie hatten den typischen Wiener Schmäh. Aber viele Texte sind nur verständlich im damaligen historischen Kontext. Viele der genannten Personen kennt heute niemand mehr. Außerdem ist vieles recht holprig und sprunghaft. Da lese ich doch lieber Peter Altenberg oder Alfred Polgar.

Berühmt wurde Kuh durch eine Rede gegen Karl Kraus („Der Affe Zarathustras“). Seine Polemik gegen Kraus ist meiner Meinung nach unreif und an den Haaren herbeigezogen. Und sein Verdikt, daß Kraus als Autor schnell vergessen werden würde, hat Kuh ja letztendlich selbst getroffen. Was kein großer Verlust ist.

Also eine Werkausgabe die nicht den Weg in meine Bibliothek finden wird.