Hubert Wolf versucht in seinem Buch „Konklave. Die Geheimnisse der Papstwahl“ dem Prozess der Papstwerdung den Schleier des Mystischen zu entreißen. Natürlich kann er dabei nur im Rahmen bekannter Fakten agieren, da der Vatikan nicht gerade bekannt ist, für seine Offenheit.

Wolf geht systematisch darauf ein, wer Papst werden kann, wo und wie die Wahl vonstatten geht, was den Papst überhaupt zum Papst macht und wie geheim die Wahlen wirklich sind. In einem Extrakapitel geht es auch um den Papstrücktritt.

Die Darstellung ist faktenreich und überwiegend präzise. Und es ergibt sich ein Bild der Papstwahlen, das wenig mit dem öffentlich propagierten Mythos zu tun hat. Keine 2000jährige Kontinuität. Kein erhabenes Ritual. Pfaffen sind auch nur Menschen. Über Intrigen, Ränke, Mord und Totschlag zieht sich das Spektrum bis hin zu Lächerlichkeit und Absurdität.

Das Buch sollte unbedingt gelesen werden.