Allgemeines


Der Band „Die Eleganz des Feuilletons: Literarische Kleinode“ herausgegeben von Hildegard Kernmayer und Erhard Schütz führt den Leser in die Welt des Feuilletons. Bekannte deutschsprachige Autoren vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, wie z.B. Egon Erwin Kisch, Alfred Polgar, Ernst Bloch, Daniel Spitzer, analysieren, polemisieren, karikieren in ihren Feuilletons die Herkunft, Struktur, Aufgabe und Wirkung des Feuilletons. Das kurze Bändchen ist kurzweilig zu lesen. Ein Nachwort der Herausgeber gibt den Leser zusätzliche Informationen über die Geschichte und Entwicklung des Feuilletons.

Ich war schon wieder in der letztens erwähnten Buchhandlung. Ich bin wohl ein hoffnungsloser Optimist. 

Und diesmal war es noch erstaunlicher. Da ich mir das zu lange Suchen ersparen wollte, habe ich nur kurz in ein paar Regalen nachgeschaut und bin dann gezielt auf eine der Fachkräfte zugegangen. Ich gab ihr eine Liste mit den von mir gesuchten Werken. Und dann geschah das Wunderbare. Als sie selbst auf eines der Regale zueilen wollte, erwähnte ich, dass ich da selbst schon erfolglos nachgeschaut hätte. Da warf sie einen zweiten Blick auf den Zettel und versicherte mir, dass sie die Werke dann wohl nicht da hätten. Meine Nachfrage, ob die Bücher denn eventuell auf Lager wären, wurde sofort verneint. Sofort! Ohne Konsultation des Computers! Bewundernswert das Gedächtnis dieser Fachkräfte. Den ganzen Lagerbestand! Ich bin immer noch fasziniert. 

Als ich dann auf meiner fortgesetzten Suche noch einen anderen Buchladen konsultierte, wurde dort noch ganz konventionell der Computer befragt. Irgendwie altmodisch. Aber trotzdem habe ich mich da als Kunde nicht als Störfaktor gefühlt. Ich bin wohl auch altmodisch.  

Vor fast einem Jahr musste ich hier ja leider verkünden, dass Diogenes Simenons Werke nicht weiter verlegt, da sie die Rechte verloren hatten.

Nun endlich wissen wir, wie es weitergeht. Der neu gegründete Kampa-Verlag ist der neue Eigentümer der deutschsprachigen Rechte. Hier findet sich ein Interview mit Daniel Kampa. Und hier gibt es noch etwas mehr Hintergrund.

Ich bin ja der Meinung, es ist immer am Besten, auf die Quellen zurückzugreifen, als nur Sekundärliteratur zu lesen. Also habe ich mir mal Luthers 95 Thesen angetan (in einer neuen Übersetzung und mit einem lesenswerten Nachwort versehen von Karl-Heinz Göttert).

Naja, so toll sind die Thesen ja nicht. Und Göttert weißt auch deutlich darauf hin, dass die Reformation durch die Schriften, die auf die Thesen folgten, und weniger durch die Thesen selbst ausgelöst wurde. In den Thesen geht es fast ausschließlich um den Ablasshandel. Aber weniger darum, ihn zu verbieten, als ihn zu verbessern und „richtig“ zu machen. Buße ist das Stichwort. Man muss Büßen und Leiden, dann wird Gott Gnade walten lassen. Hauptsache Büßen und Leiden. Auf das Geld kann man dann verzichten. Auf den Ablass dann eigentlich auch. Egal, der Papst hat immer Recht. Was für ein Geschwurbel!

Aber wie sagt man so schön. Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. These 46 ist sogar fast sympathisch:

Man soll den Christen sagen: Wer nicht gerade im Überfluss lebt, soll alles Notwendige für sein Hauswesen behalten und keinesfalls für Ablässe verschwenden.

Das Hörbuch „Es ist schon ein selbstmörderisches Gewerbe“ präsentiert Arno Schmidt und Hans Wollschläger und ihr Verhältnis in der Tradition der Radioessays von Schmidt.

Auf der Grundlage des Briefwechsels und Auszügen aus beider Werk werden Teile Ihrer Autorenbiographie beleuchtet und die Entwicklung des Verhältnisses dieser außergewöhnlichen Autoren aufgezeichnet.

Das Hörbuch ist leider viel zu kurz geraten. Der sehr unterhaltsame und informative Ritt durch einen Teil der deutschen Literaturgeschichte ist viel zu schnell vorbei. Aber nichtsdestotrotz sollte man sich dieses Hörbuch auf keinen Fall entgehen lassen. Und ob der Kürze kann man es ja auch mehr als einmal hören.

Eine unbedingte Empfehlung!

Ich war mal wieder in einer deutschen Buchhandlung. Das war keine gute Idee. Aber irgendwie zieht es mich doch immer wieder hinein.

Beim Betreten ließ ich die Bestseller- und Das-ist-neu-und-super-Tische gleich links liegen. Da ist sowieso nichts für mich zu holen. Beruflich bedingt schaue ich bei den Naturwissenschaften vorbei. Da stehen auf zwei Regale gedrängt Biologie, Physik, Astronomie etc. Überwiegend Sach-, kaum Fachbücher. Schräg gegenüber bekommt dafür die Religion fast den halben Raum spendiert. Aufgrund der Nachfrage oder ist das ein Zeichen unserer Zeit?

Noch einen Blick zur Science Fiction und Fantasy. Nichts was ich sofort haben muss. Aber ein interessantes Kundengespräch in der Nachbarabteilung aufgeschnappt (nur inhaltlich wiedergegeben):
Kunde: Ich suche was leichtes für den Urlaub am Strand. Würde sich das Buch hier eignen?
Händler: Ich habe es nicht gelesen, aber es passt ganz bestimmt. Es ist wunderbar leicht und sehr unterhaltsam. Das ist genau das, was Sie im Urlaub lesen wollen.

Da mag sich niemand wundern, warum ich mich nicht mehr beraten lasse.

Ein kurzer Blick zu den Klassikern, Geschichte, Philosophie. Auch nichts für mich.

Früher konnte ich keinen Buchladen verlassen, ohne nicht mindestens ein Buch gekauft zu haben. Heutzutage schwanke ich zwischen Enttäuschung und Entsetzen, wenn sich die Tür wieder hinter mir schließt. Es ist wahrlich keine Freude mehr, diese Hochburgen des Kitsch, der Glückwunschkarten und der sanften Urlaubslektüre zu betreten. Nee, wirklich nicht.

Ich glaube, ich bestelle mir jetzt was bei Amazon.

 

Den Film „Fear and Loathing in Las Vegas“ kennen sicher einige. Er basiert auf einer Reportage von Hunter S. Thompson. Und da Thompson gerade einen runden Geburtstag hätte absolvieren können, war es an der Zeit, mal etwas von ihm zu lesen.

Meine Wahl fiel auf Gonzo Generation: Das Beste der Gonzo-Papers“. Das ist eine Sammlung von journalistischen Artikeln von Thompson. Manches davon ist unlesbar. Andererseits finden sich in dieser Sammlung aber auch wirklich sehr klar geschriebene, hoch interessante Artikel. Wie zum Beispiel den über die ersten Hippies in San Francisco (veröffentlicht 1967).

Sehr schön ist auch, wie Thompson immer wieder über die amerikanischen Präsidenten herzieht. Es klingt alles sehr vertraut. Es scheint, als hätten die Amerikaner kein gutes Händchen bei der Wahl ihrer Staatsoberhäupter.

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