Bibliomanes


Tobi hat auf seinem Blog eine wirklich gelungene Anleitung gegeben, wie man seine Bücher wieder etwas auffrischen kann, ohne gleich Haus und Hof verkaufen zu müssen.

Das Zitat einer bekannten Autorität schmückt die eigene Aussage ungemein. Und wenn man nichts Passendes zur Hand hat, hilft man etwas nach. Die Medien und das Netz sind voll von falsch zugeordneten und erfundenen Zitaten.

Und darum dreht sich Martin Raspers Buch „»No Sports« hat Churchill nie gesagt: Das Buch der falschen Zitate„. Er hat sich ein paar der bekannteren Zitate ausgewählt und deren Entstehung und Quellen näher untersucht. Dabei hat der Autor gründlich gearbeitet und alle seine Zitate exakt nachgewiesen.

Ein sehr lesenswertes und erhellendes Buch.

P.S. Der Blog „Zitaträtsel“ widmet sich ebenfalls falschen und entstellten Zitaten.

Die einen lesen G.R.R. Martins „Ein Lied von Eis und Feuer“. Andere schauen die Fernsehserie „Game of Thrones“. Und dann gab es noch die Gruppe von Leuten, die sich im Oktober 2015 zusammensetzten, um kulturwissenschaftliche Perspektiven von Buch und Show zu diskutieren. Auf Grundlage dieser Diskussionen entstand der Band Die Welt von »Game of Thrones«: Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf George R.R. Martins »A Song of Ice and Fire«“ von Markus May et al. Inhaltlich schlägt er einen weiten Bogen von Politik, Religion und Mythen über die Darstellung von Kindheit und Jugend, Filmmusik und Schwertkämpfen bis zu Computerspielversionen und die Darstellung von Sex und Nacktheit.

Wie es sich für ein deutschsprachiges wissenschaftliches Werk gehört, ist nicht jeder Beitrag leicht und flüssig lesbar. Mancher Beitrag ist sehr nah am Thema, andere berühren es nur peripher. Es ist alles in allem keine leichte Lektüre. Aber ich habe einiges erfahren, das mir so bisher nicht aufgefallen bzw. bewusst war. Und einiges Neues gelernt, wie zum Beispiel über Filmmusik, über das ich mir bisher keine Kopf gemacht habe.

Ja, doch, die Lektüre lohnt sich.

P.S. Einer der Autoren verwies auf ein Musikvideo, welches sehr schön zum Thema passt.

Manche sammeln Bücher. Andere hamstern Bücher. Der hier verlinkte Artikel zählt die 10 berühmtesten Buchhamsterer auf.

Ich habe meine Stapel hier zwar nie durchgezählt, aber ich denke, ich würde da locker im Mittelfeld mithalten können. Ich bin halt nur nicht berühmt. Und das ist gut so.

Ach ja, die liegende Stapelung a la Lagerfeld ist so clever nun auch nicht. Echte Hamsterer nutzen das Prinzip Tetris.

Ich kaufe ja Bücher nicht, weil ich sie alle benötige, sondern weil ich mir ausmale, wie herrlich es sein wird, sie demnächst – sagen wir: eines Tages, zu lesen.

Durs Grünbein in „Die beste Buchhandlung der Welt“, S. 101f.

Ich gehe kaum noch in Buchhandlungen. Aus gutem Grund. Daher habe ich auch keine Lieblingsbuchhandlung. Als Kind und Teenager war das anders. Aber diese Buchhandlungen gibt es schon lange nicht mehr. Leider!

Im Börsenblatt gibt es eine Kolumne, in der Schriftsteller über ihre Lieblingsbuchhandlung schreiben. Holger Heimann hat als Herausgeber ein paar der Beiträge zu dem Buch Die beste Buchhandlung der Welt: Wo Schriftsteller ihre Bücher kaufen“ zusammengefasst. Kurzweilig und amüsant! Die Lektüre macht Lust, genau diese Buchhandlungen zu suchen und aufzusuchen.

Das NZZ Folio Heft vom August 2017 hat Bibliotheken zum Thema. Ein Artikel beschreibt eine in meinen Augen perverse Form von Büchersammler. Ein ehemaliger Investmentbänker stellt für viel Geld Bibliotheken für seine reichen Kunden zusammen. Bibliotheken, die letztendlich Prestige- oder Schmuckfunktion erfüllen. Schade um die Bücher. Bunte Kartons und in Leder gebundene Holzklötze würden für diese Leute den gleichen Zweck erfüllen.

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