Digitales


„Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise“ von Tuvia Tenenbom ist ein sehr verwirrendes Buch. Ein amerikanischer Journalist macht sich auf den Weg, Deutschland zu erkunden. Was er dabei entdeckt, hat nur bedingt mit dem Deutschland zu tun, wie ich es kenne. Tenenbom interviewt Politiker, Medienschaffende, Wirtschaftsbosse, religiöse Führer und spricht oft mit dem „einfachen Mann von der Straße“. Dabei schlagen ihm Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ignoranz und Dummheit entgegen. Ich mag dabei Tenenboms Art, bei der ersten Antwort bzw. Nichtantwort nicht aufzugeben. Er fragt und fragt und fragt. Bis der Befragte die Maske entnervt fallen lässt. Einige Textstücke erscheinen leider nur in der amerikanischen und nicht in der
deutschen Buchversion. Warum reißen die Leute die Klappe auf, sind dann aber zu feige, zu dem zu stehen, was sie sagten?

Ich mag Bücher dieser Art, diese Form von Außenansicht. Tenenboms Bücher über Amerika und über Israel sind schon vorgemerkt.

Ich hatte ja kürzlich festgestellt, daß  eBooks aus der Maigret-Reihe nicht mehr bei Amazon zu bekommen sind.

Das Problem ist schlimmer, als ich dachte. Freundlicher Weise habe ich auf meine Anfrage beim Diogenes Verlag eine Antwort bekommen. Und die wird Euch nicht gefallen.

Der Diogenes Verlag hat die deutschsprachigen Rechte für alle Romane von George Simenon (nicht nur den Maigret) an die Urheber per 31. August 2016 zurückgegeben. Und darf damit die Bücher nicht weiter verkaufen.

Ich frage mich, was da hinter den Kulissen abgegangen ist. Der Urheber hat die Rechte wohl kaum zurückgefordert, weil der Diogenes Verlag keinen Profit damit erwirtschaftet hat. Die Neuauflagen waren in meinen Augen sehr gut gemacht und ließen sich bestimmt auch gut verkaufen (inklusive eBooks und Hörbücher). Das klingt doch nach einem Urheber, der den Hals nicht vollbekommen kann. Ist Gier eigentlich strafbar?

Ich bin jedenfalls stinksauer!

eBooks können ein Segen oder ein Fluch sein.

Sie sind ein Segen, da sie nach dem Lesen nicht die Regale verstopfen. Kaufen. Lesen. Löschen. Keine Platzsorgen.

Zu einem Ärgernis werden eBooks, wenn man zu einer gedruckten Version, die man mit Sicherheit nur Lesen und nicht Aufheben will, keine entsprechende digitale Version bekommt. Bei älteren Büchern ist das verständlich. Bei neueren nicht. Besonders gemein ist es, wenn es eine digitale Version gab, die plötzlich aus den Shops verschwindet. So geschehen z.B. mit den Maigret-Romanen von Simenon oder dem Armageddon-Zyklus von Hamilton.

Eines meiner Projekte ist die Lektüre aller Maigret-Romane. Da diese genau in die Kategorie Kaufen-Lesen-Löschen fallen, war ich erfreut, dass Diogenes Kindle-Versionen der Romane anbot. Leider musste ich aber heute feststellen, das alle aus dem Kindle-Shop verschwunden sind. Ich hoffe sehr, dass das nur ein vorübergehendes Problem ist. Ich habe Diogenes kontaktiert und warte nun auf deren Feedback.

Gerade bei mehr-/vielbändigen Reihen möchte ich ungern gleich alle Bände auf einmal kaufen müssen, aus Angst, später die weiteren Teile nicht mehr zu bekommen.

„Den Hasen schlachten“ sei eine lohnenswerte Lektüre. So sagt man. Gilt das auch für Vegetarier oder Veganer?

ich bin nicht faul!

sandhofer behauptete selbiges in einem Interview bei StieglitzMind. Ich habe aber ganz andere Gründe, warum ich nicht so oft schreibe, wie es gewünscht sein könnte. Wirklich! Ganz bestimmt!

Wenn die Wahl zwischen Lesen und Blog schreiben besteht, gewinnt immer das Lesen. Außerdem stelle ich mir beim Schreiben jedes Mal die Frage, warum ich das mache. Ich bin kein besonders guter Rezensionsschreiber. Mein extrem knapper Stil wurde schon wiederholt bemängelt. Und ich weiß nie, ob es überhaupt jemanden interessiert, was ich da zu sagen habe.

Bei einem Glas Wein oder Whisky macht das Diskutieren über Bücher außerdem viel mehr Spaß.

Es gibt viele Wege zum Gebrauchtbuch. Der schönste führt direkt in den Laden eines Antiquars. Der zweitschönste führt über die Webportale der Antiquare. Beim Angebotsbündnis unabhängiger Antiquariats-Homepages hat man sogar noch den Vorteil eines Rabatts gegenüber dem Gang zu ZVAB & co.

Die Berliner Zeitung schreibt über den Twitter-Lyrik-Wettbewerb von Literaturcafe.de und BoD. Und mein Gedicht wird zitiert. Jetzt muß ich nur noch gewinnen. 😉

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