Literarisches


Daniel Kampa hat dem Börsenblatt ein Interview gewährt und darin versichert, dass die 75 Maigret-Bände innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder verfügbar sein werden.

Ich kaufe ja Bücher nicht, weil ich sie alle benötige, sondern weil ich mir ausmale, wie herrlich es sein wird, sie demnächst – sagen wir: eines Tages, zu lesen.

Durs Grünbein in „Die beste Buchhandlung der Welt“, S. 101f.

Ich gehe kaum noch in Buchhandlungen. Aus gutem Grund. Daher habe ich auch keine Lieblingsbuchhandlung. Als Kind und Teenager war das anders. Aber diese Buchhandlungen gibt es schon lange nicht mehr. Leider!

Im Börsenblatt gibt es eine Kolumne, in der Schriftsteller über ihre Lieblingsbuchhandlung schreiben. Holger Heimann hat als Herausgeber ein paar der Beiträge zu dem Buch Die beste Buchhandlung der Welt: Wo Schriftsteller ihre Bücher kaufen“ zusammengefasst. Kurzweilig und amüsant! Die Lektüre macht Lust, genau diese Buchhandlungen zu suchen und aufzusuchen.

Vor fast einem Jahr musste ich hier ja leider verkünden, dass Diogenes Simenons Werke nicht weiter verlegt, da sie die Rechte verloren hatten.

Nun endlich wissen wir, wie es weitergeht. Der neu gegründete Kampa-Verlag ist der neue Eigentümer der deutschsprachigen Rechte. Hier findet sich ein Interview mit Daniel Kampa. Und hier gibt es noch etwas mehr Hintergrund.

Das Hörbuch „Es ist schon ein selbstmörderisches Gewerbe“ präsentiert Arno Schmidt und Hans Wollschläger und ihr Verhältnis in der Tradition der Radioessays von Schmidt.

Auf der Grundlage des Briefwechsels und Auszügen aus beider Werk werden Teile Ihrer Autorenbiographie beleuchtet und die Entwicklung des Verhältnisses dieser außergewöhnlichen Autoren aufgezeichnet.

Das Hörbuch ist leider viel zu kurz geraten. Der sehr unterhaltsame und informative Ritt durch einen Teil der deutschen Literaturgeschichte ist viel zu schnell vorbei. Aber nichtsdestotrotz sollte man sich dieses Hörbuch auf keinen Fall entgehen lassen. Und ob der Kürze kann man es ja auch mehr als einmal hören.

Eine unbedingte Empfehlung!

Den Film „Fear and Loathing in Las Vegas“ kennen sicher einige. Er basiert auf einer Reportage von Hunter S. Thompson. Und da Thompson gerade einen runden Geburtstag hätte absolvieren können, war es an der Zeit, mal etwas von ihm zu lesen.

Meine Wahl fiel auf Gonzo Generation: Das Beste der Gonzo-Papers“. Das ist eine Sammlung von journalistischen Artikeln von Thompson. Manches davon ist unlesbar. Andererseits finden sich in dieser Sammlung aber auch wirklich sehr klar geschriebene, hoch interessante Artikel. Wie zum Beispiel den über die ersten Hippies in San Francisco (veröffentlicht 1967).

Sehr schön ist auch, wie Thompson immer wieder über die amerikanischen Präsidenten herzieht. Es klingt alles sehr vertraut. Es scheint, als hätten die Amerikaner kein gutes Händchen bei der Wahl ihrer Staatsoberhäupter.

Gegenwärtig lese ich Der Gallische Krieg: Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk“ von Markus Schauer. Da ich keinen Latein-Unterricht hatte, musste/durfte ich mich nie näher mit Caesars „Bellum Gallicum“ auseinandersetzen. Doch macht mir diese gegenwärtige Lektüre große Lust, es doch mal mit dem ollen Caesar zu versuchen (natürlich in einer Übersetzung). Schauer analysiert sehr detailliert Caesars Werk bezüglich der Gattungsgeschichte, des Aufbaus, der angestrebten Wirkung und der dazu verwendeten Mittel. Es ist erstaunlich, was man über den Inhalt hinaus durch diese Analyse so alles erfährt.

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