Man kann ein Buch verfilmen, ohne das absoluter Schrott dabei herauskommt. Oder man sich ärgert, wenn man erst das Buch gelesen hat und dann den Film sieht.

„84 Charing Cross Road“ von Helene Hanff ist so ein positives Beispiel. Die Verfilmung von 1987 mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins trifft wunderbar den Ton des Buches. Ich hätte nicht gedacht, das ein Briefwechsel so verfilmt werden kann.

Eine absolute Empfehlung! Sowohl das Buch als auch der Film.

Hubert Wolf versucht in seinem Buch „Konklave. Die Geheimnisse der Papstwahl“ dem Prozess der Papstwerdung den Schleier des Mystischen zu entreißen. Natürlich kann er dabei nur im Rahmen bekannter Fakten agieren, da der Vatikan nicht gerade bekannt ist, für seine Offenheit.

Wolf geht systematisch darauf ein, wer Papst werden kann, wo und wie die Wahl vonstatten geht, was den Papst überhaupt zum Papst macht und wie geheim die Wahlen wirklich sind. In einem Extrakapitel geht es auch um den Papstrücktritt.

Die Darstellung ist faktenreich und überwiegend präzise. Und es ergibt sich ein Bild der Papstwahlen, das wenig mit dem öffentlich propagierten Mythos zu tun hat. Keine 2000jährige Kontinuität. Kein erhabenes Ritual. Pfaffen sind auch nur Menschen. Über Intrigen, Ränke, Mord und Totschlag zieht sich das Spektrum bis hin zu Lächerlichkeit und Absurdität.

Das Buch sollte unbedingt gelesen werden.

Nicht noch einer! mag mancher von Euch denken. Doch! Das ist noch ein Leipziger Buchmessenreport (Yet Another Leipzig Book Fair Report). Mein ganz persönlicher.

Ich war ja das erste mal zu dieser Messe. Neuvorstellungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen waren dabei nicht mein Ziel. Ich wollte einfach nur den gesamtheitlichen Eindruck der Messe erleben. Und ja, es hat mir gefallen. Auch die nackten Hasen war kein Problem (obwohl die MangaComicCon in Halle 1 für mich wenig Interessantes bot; bin wohl zu alt dafür 😉 ).

Ansonsten habe ich bei Diogenes meine Beschwerde über die Einstellung der Maigret-Reihe abladen können. Wobei ich wohl nicht der Einzige war. Zur selben Zeit hat noch ein anderer Leser genau das selbe Problem angesprochen. Am Stand der Arno-Schmidt-Stiftung hatte ich ein sehr aufschlussreiches Gespräch über die Digitale Edition und andere zukünftige Veröffentlichungen (P.H. muss da wohl irgendwas falsch machen). Mit den Pirckheimern hatte ich einen netten Plausch und bin, da deren Stand mir im Weg lag, gleich noch Mitglied beim Leipziger Bibliophilen Abend e.V. geworden. Die Antiquariatsmesse verließ ich mit einem 300 Jahre alten Helden- und Heldinnenlexicon. Und mein Blick in aktuelle Physikschulbücher ließ mich wie immer entsetzt zurückweichen. Wenigsten hatte ich bei der Gelegenheit ein interessantes Gespräch mit einem Lehrer im Ruhestand, dem es offensichtlich genauso erging.

Nicht zu vergessen natürlich das Treffen mit ein paar anderen Literaturschockern. Es ist immer wieder schön, einen Namen mit einem Gesicht verknüpfen zu können.

Unterkunft (mit kostenlosem Shuttleservice), Verpflegung etc. war alles wie man es sich wünscht.

Leipzig, Du musst damit rechen, dass ich wiederkommen werde.

Asimovs Roman „Die Rettung des Imperiums“ ist Teil des Foundation-Zyklus.  Er ist zeitlich zwischen der frühen Foundation und der Foundation-Trilogie angesiedelt. Wir lernen hier Hari Seldon als jungen Mann kennen und sind bei der Entwicklung der Psychohistorik, die ein Kernelement der Foundation-Trilogie ist, hautnah dabei.

Es ist immer wieder ein Genuss, die Romane von Asimov zu lesen.

Nach „Direktor Beerta“, den man wirklich empfehlen kann, bleibe ich weiter im Umkreis der Büroarbeit. Jetzt lese ich den „Büroroman“ von Walter E. Richartz. Ausgehend von den bisher gelesenen Seiten, kann ich einen gewissen Sarkasmus konstatieren.

Die Wikipedia bezeichnet J. J. Voskuils Romanzyklus „Das Büro“ als Seifenoper für Intellektuelle. Gestern habe ich den ersten Band „Direktor Beerta“ angefangen. Mal sehen, ob ich genauso begeistert sein werde, wie die Kritik und tausende von Niederländern.

Im Augenblick lese ich „Der kroatische Gott Mars“ von Miroslav Krleža.Das ist ein Band von Novellen, die den ersten Weltkrieg thematisieren. Aber weniger die Kämpfe als solche, sondern den Menschen im Kontext des Militärs und des Krieges. Die Sprache ist sehr angenehm und die Darstellung erinnert teilweise an Jaroslav Hašek bzw. Leonhard Frank. Da ich mit den Gegebenheiten in Kroatien wenig vertraut bin, muss ich immer mal wieder nachschlagen. Aber bisher würde ich behaupten, es lohnt sich, diesen Autor zu entdecken.