Buchhandlungen sind meine wichtigsten Orientierungspunkte in einer Stadt. Buchhandlungen habe ich immer sehr gern besucht. Ich liebe es, Bücher zu kaufen. Doch je mehr Bücher ich besitze, umso frustrierender wird der Besuch einer Buchhandlung. Aber warum?

Je mehr Bücher man besitzt, umso ausgefallener wird das Kaufverhalten. Einerseits, da man sich spezialisiert, und andererseits aus reinen Platzerwägungen. Komme ich heute in eine Buchhandlung, springen mir als erstes die Bestseller ins Auge. Die interessieren mich sowieso (fast) nie. Dann beginnt die Suche durch den ganzen Laden. Etage für Etage. Regal für Regal. Aber je erfolgreicher man bisher auf der Jagd war, umso erfolgloser wird jeder weitere Streifzug. Früher habe ich nie eine Buchhandlung ohne ein Buch verlassen. Meistens war die Beute sogar über mehrere Beutel verteilt. Nun kommt es immer häufiger vor, das ich nicht fündig werde. Es ist gut für den Platz im Haus und die Haushaltskasse, aber ich bin trotzdem niedergeschlagen. Es fehlt das Erfolgserlebnis.

Der Kauf bei Amazon kann das nicht komplett ersetzen. Es fehlen die haptischen, olfaktorischen und visuellen Reize der Bücherjagd. Jedes Buch jederzeit erwerben zu können, ist nur bedingt befriedigend.

Daher bin ich immer häufiger in der virtuellen Welt auf der Suche nach antiquarischen Büchern. Da muß man Ausgaben vergleichen, Preise checken, Erhaltungszustände bewerten. Da sind die Objekte der Begierde nicht wohlfeil dem Süchtigen zu Willen. Hier ist die Jagd noch eine Jagd. Ich hoffe, das wird noch lange so bleiben.

„Der wirkliche Liebhaber von Büchern muss sie gar nicht gelesen haben. Wichtig ist, dass man weiß: Es gibt dieses oder jenes Buch, und man hat es zur Verfügung – für die Zukunft.“
(Umberto Eco)

„Verrücktheit ist unendlich faszinierender als Intelligenz, unendlich tiefgründiger. Intelligenz hat Grenzen, Verrücktheit nicht.“
(Claude Chabrol)

Wie Heise online meldet, bringt Amazon den eBook Reader „Kindle“ im Herbst auch auf den deutschen Markt.