Was die Bildungsreformer aller Richtungen eint, ist ihr Haß auf die traditionelle Idee von Bildung. Daß Menschen ein zweckfreies, zusammenhängendes, inhaltlich an den Traditionen der großen Kulturen ausgerichtetes Wissen aufweisen könnten, das sie nicht nur befähigt, einen Charakter zu bilden, sondern ihnen auch ein Moment von Freiheit gegenüber den Diktaten des Zeitgeistes gewährt, ist ihnen offenbar ein Greuel. Gebildete nämlich wären alles andere als jene reibungslos funktionierenden flexiblen, mobilen und teamfähigen Klons, die manche gerne als Resultat von Bildung sähen.

(Konrad Paul  Liessmann „Theorie der Unbildung. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft“, S. 52f)

… das Chaos der Bildungslosigkeit, die Tyrannei der Bildungsverachtung nenn‘ ich den Untergang der Welt.

(Karl Ferdinand Gutzkow “Die Ritter vom Geiste”, S. 1726)