Bücher über Sprachwissenschaft bzw. Sprachgeschichte liest man ja eher selten. Aber „Deutsch. Biographie einer Sprache“ von Karl-Heinz Göttert beweist, das das Thema keineswegs langweilig dargestellt werden muß.

Göttert führt den Leser durch die verschiedenen Epochen der Entwicklung der deutschen Sprache. Vom Beginn, der aufgrund mangelnder schriftlicher Nachweise schwer festzumachen ist, über das Alt- und Mittelhochdeutsche bis in unsere Gegenwart. Er zeigt, wie die deutsche Sprache, im Gegensatz z.B. zum Französischen, ohne Regulierungen und institutionelles Eingreifen sich entwickelt hat. Und er vergißt dabei auch nicht, auf die vollkommen mißglückte Rechtschreibreform zu verweisen. Interessant sind die Versuche, die deutsche Sprache von allem Fremden zu reinigen. Und das ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit! Schon Karl der Große wollte z.B. die Monatsnamen eindeutschen lassen.

Zu jeder Epoche gibt es Textbeispiele, die das Gesagte näher erläutern. Ein ausführliches Literaturverzeichnis verweist zu jedem Thema auf Primär- uns Sekundärliteratur.

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen. Es war eines der Lesehighlights für dieses Jahr und hat mir Hinweise auf weitere Buch gegeben, die es wohl zu lesen lohnt.

Ich habe mal wieder was Interessantes beim Stöbern gefunden. Der Erich Schmidt Verlag gibt die Reihe „Klassiker Lektüren (KLR)“ heraus. Jeder Band ist einem Autor und speziell dessem Werk gewidmet. Bisher sind verfügbar: