Nach meiner Augenoperation letztes Jahr pendelt sich mein Lesekonsum so langsam um die 3000 Seiten pro Monat ein. Das ist ungefähr doppelt so viel wie davor. Dafür haben sich die Schmerzen gelohnt. 🙂

Zwei kürzliche Lektüren sind diesmal einer Erwähnung wert.

Ich habe letzte Woche den Armageddon-Zyklus von Peter F. Hamilton beendet. Eine Space Opera, die es in sich hat. 6000 Seiten. Viele ungewöhnliche Völker, Technologien und Ereignisse. Seelen kehren aus dem Jenseits zurück. Und Hamilton schafft tatsächlich den Dreh, das Ganze im Rahmen von Science Fiction zu erklären. Spannend bis zur letzten Seite. Mit einem 100-Seiten-Happy-End. Wer einen langen Atem hat, sollte da unbedingt mal reinschauen.

Und ich habe mal wieder einen ungewöhnlichen Krimi entdeckt – Steinroller: Der Steinzeit-Kommissar“ von Martin Lassberg (Hörprobe). Der Plot ist nichts besonderes. Eine Leiche. Die Suche nach dem Täter. Aber das Setting hat es in sich. Steinroller lebt als Höhlenmaler in einer Homo Sapiens Sippe und wird von seinem Vater zum BesserwisserKommissar befördert, um den Mörder zu finden. Die Geschichte stolpert durch Urwald und Tundra und nebenbei wird die eine oder andere Erfindung gemacht (z.B. das Taschenmesser, das Pfeifen, gefärbte Mini-Lendenschurze). Die Geschichte hat nicht unbedingt viel Tiefgang, aber die Seitenhiebe auf unsere Zeit machen die Lektüre unterhaltsam und kurzweilig. Und falls Otterfang je ein Kochbuch veröffentlicht, wird das bestimmt ein Renner in der Müsli-Szene.

Nachdem ich letztens über mein Verhältnis zu Krimis sinniert habe, finde ich mich schon wieder mitten in der Lektüre eines selbigen – „Es liegt auf der Hand“ von Phoebe Atwood Taylor. Und der liest sich auch noch richtig gut. Spannend und lustig.

Und P.H. ist Schuld daran!

Normalerweise behaupte ich ja, dass Krimis nicht so mein Ding sind. Wenn ich mir nun aber anschaue, was ich in der letzten Zeit so gelesen habe, muss ich das wohl neu formulieren. Krimis sind bis auf gewisse Ausnahmen nicht so mein Ding. Es gibt da ein paar Autoren, da lese ich jeden Krimi. Das sind Andrea Camilleri mit seinem Commissario Montalbano, Wolf Haas mit Brenner und Keigo Higashino (vorzugsweise mit Professor Yukawa). Nachdem ich vor ein paar Tagen „Die Tote im Götakanal“ gelesen habe, haben nun auch Maj Sjöwall und Per Wahlöö mit Kommissar Beck die Chance, auf dieser Liste zu landen.

Und natürlich darf ich Gert Prokop nicht vergessen. Seine Kriminalfälle aus dem 21. Jahrhundert sind eine Klasse für sich. Leider gibt es nur zwei Bücher mit Timothy Truckle: „Wer stiehlt schon Unterschenkel“ und „Der Samenbankraub“.